Arbeitskreis Asyl und Integration Zwingenberg

Wer wir sind

Wir sind ein Arbeitskreis aus ehrenamtlichen Aktiven, die Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund hier vor Ort bei ihrer Integration nachhaltig unterstützen. Jeder bringt sich nach eigenen Kompetenzen, Interessen und Zeitbudget ein und leistet wertvolle Hilfe, z.B. im Rahmen des Begegnungscafés, durch eine Patenschaft, Begleitung zu Ämtern, individuelle Beratung zu Herausforderungen im Alltag u.v.m. Wir stehen im Austausch mit der Stadt Zwingenberg, dem Kreis Bergstraße, arbeiten mit Kirchen und weiteren haupt- und ehrenamtlichen Stellen zusammen, um gemeinsam etwas zu bewegen und Gesellschaft miteinander zu gestalten. Wir sind zurzeit ca. 20 bis 30 Ehrenamtliche, denen ein Austausch auf Augenhöhe mit zugezogenen Menschen am Herzen liegt, die interkulturelle und integrative Projekte umsetzen und für jeden Teilhabe am Gemeinwesen ermöglichen möchte.

Wir freuen uns über alle, die uns bei unserer vielfältigen und bereichernden Arbeit unterstützen möchten. Wer Interesse hat kann gern eine E-Mail senden an: kontakt@asyl-zwingenberg.de

Unterstuetzer Arbeitskrei Asyl

Zwischen 2014 und 2018 haben über 1,8 Millionen Menschen in Deutschland einen Asylantrag gestellt. Nach Zwingenberg kamen zunächst 130 Flüchtlinge. 2014 bis 2016 ging es vor allem darum, Flüchtlinge aufzunehmen und unterzubringen und ihre Asylanträge mussten von den Behörden bearbeitet werden. Seither richtet sich der Blick stärker auf ihre Integration. Seit dieser Zeit konnten wir die Menschen – vor allem junge, alleinstehende Männer aber auch Familien – näher kennenlernen. Sobald eine Vertrauensbasis hergestellt war, das brauchte einige Zeit, öffneten sich die Flüchtlinge mehr und mehr und begannen zunächst über ihre Flucht und später auch über ihre zurückgelassenen Familien bzw. Verwandten zu sprechen.

Die Integration gelingt insgesamt gut und zum Teil besser als erwartet, auch wenn es natürlich Geduld beim Zuhören und Verstehen braucht. Viele unserer Flüchtlinge sind vor gewaltsamen Auseinandersetzungen in Eritrea, Syrien, dem Irak oder Afghanistan geflohen. Sie stammen also aus Lebenswelten, die von jahrelangen Konflikten geprägt sind. In unseren ersten Gesprächen standen zunächst der Arbeitsmarkt ebenso wie unser Bildungssystem im Vordergrund. Neben diesen Aspekten interessierte uns vor allem, wie die neu Angekommenen zu bestimmten Themen stehen, z.B. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder religiöse Toleranz.

Die weitaus meisten unserer Flüchtlinge stammen aus muslimisch geprägten wie Afghanistan, Syrien und Irak oder einem muslimisch bzw. christlich-orthodoxen Land wie Eritrea und viele von ihnen gehören auch selbst diesen Religionsgemeinschaften an. Sie sind oft sehr religiös geprägt und wundern sich darüber, dass Religion für die Deutschen eher eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint. Viele Menschen hierzulande – und zahlreiche Medien – ziehen immer wieder in Zweifel, ob vor allem die muslimische Religion mit der westlichen Lebenswelt vereinbar ist. Hier war für uns erstaunlich, dass die Flüchtlinge mit uns im täglichen Leben und auch untereinander keine Probleme hatten. Die Gruppe der Flüchtlinge ist sehr vielfältig, und es ist schwer zu bestimmen, an welchen Werten sie sich ausrichten: Die Menschen stammen aus verschiedensten Ländern, die sich von Deutschland in vielerlei Hinsicht unterscheiden. Zugleich haben sie sich – wenn auch meist unfreiwillig – entschieden, diese Länder zu verlassen. Sie stehen also in ihrer Werteorientierung möglicherweise irgendwo zwischen ihrem Herkunftsland und dem Aufnahmeland.

Unser Wissen über die (kulturellen) Einstellungen und Bedürfnisse geflüchteter Menschen war lange Zeit und ist es auch heute noch bestenfalls lückenhaft. Dazu zählen u. a. die Bedeutung der Familie und der Umgang mit älteren Menschen. Viele Flüchtlinge haben den Eindruck, dass die Deutschen sich mehr um sich selbst kümmern als um ihre Familien. Es fällt ihnen schwer, damit umzugehen.

Migrantinnen und Migranten sind eine große Bereicherung für unsere kulturelle Vielfalt und unser gesellschaftliches Leben. Vielfalt ist ein enormer Vorteil. Nicht nur in der Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und beim Klimaschutz bringt uns der interkulturelle Austausch von kreativen Ideen und unterschiedlichen Erfahrungen voran, sondern auch in der Kultur. Zugewanderte bringen viele Kompetenzen und Fähigkeiten mit und bereichern unsere Gesellschaft. Das müssen wir uns in diesen Zeiten, in denen sich reaktionäre Kräfte einzurichten versuchen und rechtes Gedankengut die politischen Debatten in unserem Land zunehmend beeinflussen, wieder viel stärker bewusstmachen. Der Zuwanderung, Toleranz und Offenheit verdanken wir zu einem Teil unseren heutigen Wohlstand. Wir alle sind es, die von einer erfolgreichen Integration profitieren. Entscheidend sind Aufgeschlossenheit und die Bereitschaft zum Dialog.

Unsere Initiativen sollen mit dazu beitragen, dass sich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund begegnen, sich austauschen und gemeinsam unterstützen. So entstehen neue kulturelle Begegnungen, die wiederum weitere Menschen zusammenbringen. Das ist großartig.