Arbeitskreis Asyl und Integration Zwingenberg

Was wir tun

Arbeitskreistreffen

Alle Aktivitäten hatten ihren Anfang bei einem Treffen aller Hilfswilligen. Und so ist das noch heute. Ohne formelle Organisation als Verein kümmern sich die Helfer des Arbeitskreises so gut sie eben können um geflüchtete Menschen aus verschiedenen Ländern. Dazu braucht es weder eine Mitgliedschaft noch spezielles Wissen, sondern etwas Mut, den Willen zu helfen und die Zeit dazu.

Termin: Jeden ersten Donnerstag im Monat, 18:00 Uhr, Vereinsraum der Stadt, Obertor 1

Begegnungscafé im alten Amtsgericht

Jeden Donnerstag von 15:30 bis 17:30 besteht für alle Zwingenberger und ihre Neubürger die Gelegenheit zu persönlichem Austausch, Gesprächen mit-, unter- und übereinander oder für Spiele, Hausaufgabenbetreuung, schnelle Hilfe bei der Behördenpost und Vielem mehr. Dazu gibt’s Tee, Kaffee und Kuchen – wenn irgend möglich auch während der Schulferien.

Hier ist jeder willkommen, egal ob mit oder ohne zu lösendem Problem. Dies ist eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen.
Das alles will vor- und nachbereitet sein, so dass immer Helfer gesucht werden, die von 15 bis 18 Uhr dabeibleiben.

Offene Sprechstunde

Jeden Mittwoch von 9:00 bis 10:30 bieten wir Beratung über Integrations- und Förderangebote an. Sowohl Helfer als auch Geflüchtete können hier Orientierung im Behördendschungel erhalten und sich auch über unsere Hilfsangebote informieren.

Bildungs- und Lernunterstützung

Die meisten Geflüchteten kommen ohne Kenntnis der deutschen Sprache zu uns, viele sogar ohne unser Alphabet zu beherrschen. Ehemalige Lehrerinnen haben schon einige Alphabetisierungskurse gehalten und die Grundregeln und einen Basiswortschatz der deutschen Sprache vermittelt. Wenn Bedarf besteht, kann es auch jetzt wieder losgehen. Und wenn die Grundlagen gelegt sind hilft einfach miteinander reden.

Ebenso wichtig ist natürlich die schulische Bildung für Kinder im entsprechenden Alter. Auch dabei wird Unterstützung und Orientierung geboten beim „Wo muss ich mich anmelden?“ oder „Welche Möglichkeiten gibt es?“. Ohne Hilfe offizieller Stellen geht das allerdings nicht, die zu finden fällt den Helfern aber oftmals leichter als den Betroffenen.

Alltagshilfen

Hier kann man in allen Belangen helfen, die man sich nur vorstellen kann.

Behördenverkehr

Was von uns bisweilen als schwierig oder unangenehm empfunden wird ist für Geflüchtete oft fast unmöglich: Die richtige Behörde für sein Anliegen zu finden, dort einen Termin zu bekommen und auch noch mit dem richtigen, perfekt ausgefüllten Formular dort zu erscheinen und sein Anliegen erfolgreich vorzubringen. Da muss man oft selbst etwas suchen, findet mit PC und Telefon aber meist den richtigen Ansprechpartner und kann auch vermitteln. Solche Hilfe wird sehr begrüßt, den deutschen „Papierkram“ sind Geflüchtete nicht gewohnt.

Arztbesuche

Gleich zu Beginn steht die Terminvereinbarung. Telefonieren, den angebotenen Termin zu bestätigen und richtig weiterzugeben ist nicht schwer, aber hilfreich. Und oft reicht das schon als Hilfestellung.

Wenn die Unterstützung weitergehen soll, so ist das gerne gesehen. Oft hilft es schon, zunächst selbst mit dem Kranken zu sprechen und in Ruhe herauszufinden, was ihn plagt. Der Arzt lässt den Helfer gern mit ins Sprechzimmer, wenn Patient und Helfer das wünschen. Nachfragen werden so einfacher und auch die oft kurze Diagnose und Behandlungsanweisung kann hinterher nochmal erklärt werden. Bei körperlichen Untersuchungen zieht man sich natürlich zurück. Und wenn’s schlimm wird, muss man auch mal trösten.

Technische Unterstützung

Vier Stühle sind kostenlos angeboten und müssen abgeholt werden. Der Fernseher empfängt keine Programme. Die Waschmaschine streikt. All diese Dinge sind leichter zu regeln, wenn man fähige und vor allem wissende Hilfe bekommt. Hier kann sich jeder mit seinen Möglichkeiten und Erfahrungen einbringen. So, wie man das in der Nachbarschaftshilfe auch tun würde.

Fahrradwerkstatt

Seit Jahren gibt es einmal im Monat (bei Bedarf häufiger) die Fahrradwerkstatt am Sportplatz. Jeden ersten Mittwoch im Monat wird hier ab 17:30 Uhr die Schaltung eingestellt, eine Klingel montiert oder gezeigt wie man das Hinterrad ausbaut, um den Schlauch zu wechseln. Gegen geringes Entgelt gibt’s (teils gebrauchte) Ersatzteile oder ganze Räder. Und ganz nebenbei wird Deutsch gesprochen. Hilfe ist immer willkommen.
Kontakt: akasylradzwi@web.de

Hilfe bei der Arbeitssuche

Arbeit gibt es in unserer Region momentan reichlich. Leider sind anspruchsvolle Jobs häufig nur mit sehr guten deutschen Sprach-kenntnissen und anerkannten Abschlüssen erhältlich. Der Renner sind momentan Jobs in der stationären Logistik (Packer, Picker, Staplerfahrer) gefolgt von Produktionshelfern (z.B. in der Lebensmittelindustrie). Fast alle diese Arbeitsmöglichkeiten werden über Zeitarbeitsfirmen angeboten. Fahrer im Nah- und Fernverkehr oder für Busse und Bahnen werden auch gesucht, diese meist von den Firmen direkt.

Ein wenig Unterstützung bei der Frage nach Schicht- und Sonntagsarbeit sollte man schon leisten können. Zu wissen was ein Minijob ist oder wo mit schwerer körperlicher Arbeit oder hohen Anforderungen an die deutsche Sprache gerechnet werden muss ist hilfreich. Offizieller Ansprechpartner für Geflüchtete ist in erster Linie das Jobcenter „Neue Wege“ des Kreises Bergstraße.
Kontakt: Neue Wege in den Arbeitsmarkt

Eine gute Übersicht über Arbeitsmöglichkeiten gibt die Jobsuche der Bundesanstalt für Arbeit.
Die meisten Ergebnisse bekommt man, wenn einfach nach „Arbeit“ und nicht nach speziellen Kriterien gesucht wird. Die Umkreissuche kann eingestellt werden, so dass z.B. nur Angebote in „Fahrradnähe“ gezeigt werden.

Daneben gibt es auch private Job-Vermittlungsbörsen wie indeed und Angebote von Zeitarbeitsfirmen, z.B. Randstad.

Hilfe bei der Wohnungssuche

Die geringsten Erfolge haben wir bei der Suche nach Wohnraum für geflüchtete Menschen. Für alleinstehende dunkelhäutige Männer ist diese nochmal schwerer als für Familien, es sei denn, es sind viele Kinder unterzubringen. Aber manchmal klappt es eben doch, meist über persönliche Kontakte zu potentiellen Vermietern.

Patenschaften

Die umfassende Art der Unterstützung: Ein Helfer unterstützt eine Person oder eine Familie in all den Dingen, die hier beschrieben wurden. Daraus entwickeln sich manchmal auch über’s „Geschäftliche“ hinausgehende persönliche Beziehungen z.B. mit Einladungen, gemeinsamen Besuchen von Ausstellungen usw. – das ist aber nicht immer so. Und natürlich helfen dann trotzdem noch andere mit, wenn z.B. ein Termin nicht wahrgenommen werden kann oder man selbst auch Schwierigkeiten mit dem Fernseher hat.

Immer aber lernt man etwas über die Welt. Über Willkürherrschaft, Leid, Verfolgung und Flucht, aber auch über die Termine des Ramadan, die Bräuche im orthodoxen Christentum oder den Familiensinn und die Küche in fernen Ländern. Und manchmal stehen zwei der alleinstehenden Männer samstags um zehn vor der Tür, weil sie gesehen haben, dass Laub unter dem Carport liegt. Das kommt jetzt weg!